Ratingagentur stuft Kreditwürdigkeit der USA herab

Zum ersten Mal hat die USA ihre Spitzenbonitätsnote AAA verloren. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte das Land auf AA+ herunter. Nach der Auffassung von Standard & Poor’s sieht es […]

Zum ersten Mal hat die USA ihre Spitzenbonitätsnote AAA verloren. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte das Land auf AA+ herunter. Nach der Auffassung von Standard & Poor’s sieht es auch für die weitere wirtschaftliche Lage Amerikas düster aus.

Somit steht zu befürchten, dass den Vereinigten Staaten in knapp eineinhalb Jahren eine erneute Herabstufung droht.

Standard & Poor’s begründeten ihre Entscheidung mit der Tatsache, dass die Sparpläne der Regierung gegen die immense Verschuldung des Landes nicht gegriffen haben. Aus dem Weißen Haus kam prompt das Dementi: Die Analyse der Ratingagentur sei falsch und würde zudem schwerwiegende Fehleinschätzungen beinhalten.

Präsident Barack Obama hat vorher erklärt, dass aufgrund der hohen Verschuldung Amerikas weitere Sparmaßnahmen äußerst schwierig wären. Stattdessen einigte er sich mit den Republikanern auf eine Anhebung der Schuldengrenze. Das Schuldenlimit, welches einen momentanen Stand von rund 14, 5 Billionen Dollar aufweist, soll um rund 2,5 Billionen Dollar erhöht werden. Diese Methode ist nicht neu: allein in den letzten fünfzig Jahren wurde die Schuldengrenze in den USA 74 Mal angehoben!

Die Zinskosten für die Herabstufung der amerikanischen Staatsanleihen haben sich jetzt nochmals um rund 100 Milliarden Dollar erhöht. Das Defizit des amerikanischen Wirtschaftshaushaltes liegt bei derzeit zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes. Hier kann man schon getrost von griechischen Verhältnissen sprechen.

Im Bundesstaat Minnesota ist die Pleite bereits traurige Wirklichkeit. Minnesota hat ein wirtschaftliches Defizit von fünf Milliarden Dollar. Dort wurden rund 75 % Prozent der Beamten in Zwangsurlaub geschickt, weil man deren Gehälter nicht mehr zahlen kann. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen sind bereits geschlossen.

Auf dem Finanzmarkt schlug die Herabstufung der USA wie ein Bombe ein: Der DAX an der Frankfurter Börse ging steil nach unten, es kam weltweit zu großen Kursverlusten. Vor allem in den reichen Industrieländern wächst nun die Angst vor einer neuen, weltweiten Wirtschaftskrise. Die damit verbundene, drohende Arbeitslosigkeit und der soziale Abstieg der Menschen gerät zur globalen Zitterpartie…