Die Unternehmensfolge ist ein großes Sorgenkind des Mittelstandes

Je erfolgreicher ein Unternehmen läuft und je länger es sich am Markt behaupten kann, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Frage der Unternehmensnachfolge irgendwann stellt. Wie eine aktuelle Studie […]

Je erfolgreicher ein Unternehmen läuft und je länger es sich am Markt behaupten kann, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Frage der Unternehmensnachfolge irgendwann stellt. Wie eine aktuelle Studie des IFM Bonn zeigt, ist diese Frage eine echte Herausforderung, vor allem für Unternehmen des Mittelstandes. Für die Inhaber der Unternehmen geht es nicht selten um die Entscheidung, was aus dem persönlichen Lebenswerk wird. Mitarbeiter, Visionen und ökonomische Aspekte treffen aufeinander und eine neutrale Sicht auf die Entscheidung fällt äußerst schwer.

Die Probleme der Unternehmensnachfolge in Zahlen

Wie dringend das Thema ist, wird erst beim Blick auf die aktuellen Zahlen klar: Jedes fünfte deutsche Mittelstandsunternehmen sieht sich bis 2018 mit der ein oder anderen Form der Unternehmensübergabe konfrontiert. In den 620.000 betroffenen Unternehmen sind mehr als 4 Millionen Mitarbeiter tätig. Umso alarmierender ist die Tatsache, dass erst 42 Prozent mit der Nachfolgersuche begonnen haben, während bei 11 Prozent der Suchlauf noch nicht einmal gestartet ist. Problem bei der Sache: Laut Einschätzungen von Wirtschaftsverbänden nimmt eine solche Suche üblicherweise drei Jahre in Anspruch, inklusive aller Vertraglichen Regelungen.

Erfahrungen mit professioneller Hilfe bei der Nachfolgersuche

Immer mehr Unternehmer wissen um die emotionale Brisanz des Themas und setzen auf einen neutralen Blick von außen. Auf M&A Spezialisierte Firmen können hier den familiären und ökonomischen Druck lindern, indem sie unter rationalen Gesichtspunkten beratend zur Seite stehen. Natürlich wissen diese auch wie heikel das Thema für Inhaber sein kann und sollten bestenfalls mit entsprechendem Feingefühl operieren. 6ren.net und seine Community hat sich bereits mit den Erfahrungen zur Unternehmensnachfolgersuche beschäftigt.

Die Familiennachfolge ist kein Patentrezept

Weit über die Hälfte aller deutscher Unternehmen sucht den Nachfolger innerhalb der Familie des aktuellen Inhabers: Eine Strategie die keineswegs risikofrei ist, da dieses Thema innerhalb von Unternehmerfamilien besonders konfliktanfällig ist. Auch Diskounterriese Aldi Nord konnte bis heute keine klaren Verhältnisse über das Erbe seines Gründers schaffen. Der Streit um Einfluss, Machtansprüche und Unternehmensanteile verschwendet hier nicht selten Energien, die dem Unternehmen an derer Stelle zugutekommen könnten. Hier sind Unternehmer mit einer rationalen Einstellung zum eigenen Unternehmen schon weit besser dran. So konnte Geflügelproduzent Paul-Hein Wesjohann über die Realteilung die Unternehmensnachfolge regeln.

Unternehmensnachfolge als Forschungsthema

Die Lage kann durchaus als dringend bezeichnet werden, vor allem gesicherte Erkenntnisse werden benötigt, um mittelständischen Unternehmen die Entscheidung leichter zu machen. An Fachhochschulen und Universitäten gibt es bereits Studiengänge mit entsprechendem Schwerpunkt, während auch an den Professuren zunehmend Forschung zu dem Thema betrieben wird. Denn gelungene Unternehmensübergaben sind Erfolgsfaktoren und die Erfolgsfaktorenforschung bildet eines der wichtigsten Themen innerhalb der Betriebswirtschaftslehre und den Wirtschaftswissenschaften allgemein.